Linke Prügel für die „heute show“

Berlin: Festnahmen für Quarantäne-Gegner

Am Freitag und Samstag wurde in Berlin wieder gegen den Corona-Lockdown demonstriert. Der zwingt die Bürger noch immer in Isolation, verwüstet die Wirtschaft und schränkt grundgesetzlich garantierte Freiheiten ein. Die Berliner Polizei unterband den Protest mit Platzverweisen und Festnahmen. Ungestört demonstrieren durfte hingegen das Bündnis „Seebrücke“, das offene Grenzen und Massenmigration fordert.

von Paul Klemm

Gerade habe ich die polizeilichen Sperren passiert und wähne mich auf der Hygienedemo, da stechen mir einige seltsame Details ins Auge. Weshalb trägt der Demonstrant ein Antifa-Logo auf seinem Shirt? Warum weht dort eine Regenbogenflagge? Und weshalb fordert ein Redner die Evakuierung griechischer Asyllager? Schnell wird mir klar, dass das hier nicht die Demonstration ist, auf die ich eigentlich wollte. Ohne es zu wissen, bin ich in eine Kundgebung der linken Seebrücke geraten! Hinter Absperrungen, unbehelligt von der Polizei darf das Flüchtlingsbündnis heute auf dem Rosa-Luxemburg-Platz demonstrieren. Also dort, wo in den vorherigen Wochen die Anti-Notstands-Demonstrationen stattgefunden haben. Schon werde ich von einigen Anwesenden kritisch beäugt – mein Seitenscheitel hat bei den Antifas offenbar Verdacht erweckt. Bevor es zu einer Auseinandersetzung kommt, ziehe ich mich in eine Seitenstraße zurück. Und dort treffe ich auch auf die von mir gesuchten Lockdown-Gegner. Wegen der Migrationsdemo mussten sie in die umliegenden Straßenzüge ausweichen. Geduldet werden sie aber auch hier nicht. Die Polizei hat sich bereits formiert und droht über einen Lautsprecher mit Freiheitsbeschränkungen. Wie zum Hohn tritt ein Anhänger der Seebrücke immer wieder nah an die Polizeisperre heran und hält ein Schild in die Höhe mit der Aufschrift „Nationalismus ist das Virus“. Als er bemerkt, dass die anwesenden Reporter und Kameramänner reges Interesse an ihm haben, lächelt er stolz.

Höhnisch wirkt auch das riesige Banner, mit dem die Berliner Volksbühne ihre Fassade behängt hat. „Leave no one behind“ („Lasst niemanden zurück“) ist darauf zu lesen, womit gemeint ist, dass kein Flüchtling in den griechischen Auffanglagern zurückbleiben dürfe. Ließ das Theater in den letzten Wochen noch Spruchbanner aufhängen, mit denen es die Bürgerproteste auf dem Rosa-Luxemburg-Platz missbilligte, beteiligt es sich heute am Protest – aber eben nur, weil es diesmal um die Aufnahme von Flüchtlingen geht und nicht um staatlich auferlegte Freiheitsbeschränkungen.

Auf der vom Platz verdrängten Hygienedemo erscheint ein prominentes Gesicht. Es ist der ZDF-Satiriker Abdelkarim, der im Auftrag der „heute show“ Demonstranten interviewt. Dem stämmigen Deutsch-Marokkaner ist jedoch anzumerken, dass er die Interviews nicht aus Interesse an den Menschen und ihrer Position führt. Immer wieder reißt er erstaunt die Augen auf oder weicht vorsichtig vor seinen Gesprächspartnern zurück. Es ist ein geschauspielertes Verhalten, das später dabei helfen wird, die Demonstranten im geschnittenen Satirebeitrag als Spinner zu karikieren. Und das obwohl sich die Befragten alle Mühe geben, ihre Haltung vor den Kameras verständlich zu machen. Von dem Angriff auf Abdelkarim und sein Team höre ich erst am Abend. Laut Bild-Information waren es Linksradikale, die mit Totschlägern und Fußtritten auf die Fernsehleute eingewirkt haben. Dass die Täter links waren, lässt sich leider auch an der medialen Resonanz ablesen. Die fällt nämlich seltsam verhalten aus.

Abdelkarim diskutiert mit einem Lockdown-Gegner. Foto: Paul Klemm

Zurück zur Demonstration: wie schon die Wochen zuvor greift die Polizei hart durch und nimmt dutzende Menschen fest. Ein junger Mann wird zu Boden gedrückt, eine ältere Frau am Kragen über die Straße gezerrt. (Aufnahmen davon zeigt das unten verlinkte Video.) Rundherum wuseln scharenweise Pressevertreter. Mehr noch als für Festnahmen interessieren die sich für vermeintlich rechtsextreme Demoteilnehmer. Dazu befragen sie auch Lars Günther, der in Brandenburg für die AfD im Landtag sitzt. Wütend antwortet der: „Fragen Sie doch mal den normalen Menschen, der hier vor Ort ist! Sie haben doch ganz klar ins Hausaufgabenheft geschrieben bekommen, was Sie hier filmen sollen und was für Fragen Sie stellen sollen. Schämen Sie sich!“

Nach und nach leeren sich die Straßen. Zurück bleibt nur eine Frau im Lotossitz. Mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen lehnt sie an einer Plakatsäule und scheint die Frühlingssonne zu genießen. Im Sonnenlicht schimmert ihr rötliches Haar und glänzen die Aluminiumkugeln, die sie als Ohrschmuck trägt. „Das ist die Querdenker-Kugel“, hat mir ein Demonstrant über das seltsame Modeaccessoir erzählt. Das habe sich ein YouTuber als Erkennungssymbol ausgedacht.

„Damit man mit Leuten ins Gespräch kommt, die dieser Panikmache um Corona auch kritisch gegenüber stehen.“ Und natürlich sei die Alukugel auch ein zerknüllter Aluhut. Denn mit Verschwörungstheorie habe man nichts zu tun.

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Ein Gedanke zu “Linke Prügel für die „heute show“

  1. Wir leben längst in einer perfide, unter der heuchlerischen Maske Demokratie (formal, auf dem Papier noch existierend) inszenierten Diktatur 2.0 – wie vor …. Jahren, in der die gesinnungsgleichgeschalteten Medien alles verhöhnen, verspotten, missbilligen oder schlichtweg ausschweigen, was dem von oben verbreiteten und verordneten Mainstream-Denken der politischen Elite nicht entspricht: „So, und nur so, hast Du „da unten“ zu denken und zu sprechen“.
    Selbst vor der Inszenierung von Gewalttaten, medial bis ins Letzte ausgeschlachtet, die dann freiheitlich denkenden Menschen in die Schuhe geschoben werden, schrecken die nicht zurück. Helfershelfer, Denunzianten und Schläger stehen Herrschenden immer bereit. Nach dem Schema „Teile und herrsche“ haben es die Machtsüchtigen da oben in der Geschichte immer wieder geschafft, demokratisch organisierte Gesellschaften in Diktaturen zu verwandeln. Täter waren dabei immer die lautesten Schreier, also diejenigen, die die Medien beherrscht haben. Auch innerhalb der herrschenden Parteien wird jede Person ketzerisch an den medialen Pranger gestellt und dann eliminiert, die es wagt, vom gesunden Menschenverstand Gebrauch zu machen.
    Nach der Zwangmaske (perfider als durch einen weithin für jede Person sichtbaren Maulkorb kann man ein Sprechverbot kaum symbolisieren) kommt das nächste Zwangssymbol oder -Uniform: Vielleicht ein Zwangsregenbogen-Schal oder Zwangsregenbogen-Armbinde als Zeichen, dass „wir“ tolerant und „nicht rassistisch“ sind. Denunzianten (mit hochgehaltenen Plakaten: bunt statt braun etc.) und brutale Polizeigewalt erledigen den Rest – wie in China.

    Perfider und verlogener kann man eine Demokratie nicht abschaffen.

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